Erich Schumann, Pastor der Evangelischen Brüder-Unität in Zwickau, wird wegen „Boykotthetze“ gegen staatliche Organe zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt.

Beginn einer Propagandakampagne des SED-Politbüros gegen die evangelische Kirche. Hauptzielscheibe der Kampagne sind die Jungen Gemeinden.

Stalins Tod. Neben der Verherrlichung des sowjetischen Diktators und dem Personenkult um ihn ist eine wachsende Unzufriedenheit der Bevölkerung wegen der schlechten Versorgungslage zu verzeichnen. Im März 1953 wird mit 59.000 DDR-Flüchtlingen ein neuer Höhepunkt der Flüchtlingswelle von der DDR in den Westen erreicht.

Im FDJ-Zentralorgan „Junge Welt“ werden die Jungen Gemeinden „entlarvt“. Sie sollen eine im Auftrag der USA tätige „Tarnorganisation für Kriegshetze, Sabotage und Spionage“ sein. Im Rahmen dieser kirchenfeindlichen Kampagne werden zahlreiche Mitglieder der Jungen Gemeinden von Schulen und Hochschulen verwiesen. Von diesen Repressionsmaßnahmen sind um die 3.000 Oberschüler und 2.000 Studenten betroffen. Mindestens 70 Geistliche, kirchliche Mitarbeiter und Jugendliche kommen in Haft. Der Religionsunterricht an den Schulen wird abgeschafft, die staatliche Unterstützung für kirchliche Einrichtungen eingestellt.

Eine Erhöhung der Arbeitsnormen wird beschlossen. Trotz Mobilisierung durch Gewerkschaftsaktivisten äußert ein Teil der Arbeitervertreter Kritik und spricht sich gegen diese Entscheidung aus.

Das SED-Politbüro verkündet den sogenannten „Neuen Kurs“: Erhöhung des Lebensniveaus des werktätigen Volkes, Rechtssicherheit, Möglichkeit der Rückgabe von enteignetem Privateigentum im Einzelhandel und im Handwerk, Verlangsamung des Tempos bei der Kollektivierung der Landwirtschaft, Rückgabe von Eigentum an zurückkehrende „Republikflüchtlinge“, Rücknahme von Schul- und Hochschulverweisen, die gegen Schüler und Studenten wegen Mitgliedschaft in der Jungen Gemeinde ausgesprochen worden waren. Die zuvor beschlossene Erhöhung der Arbeitsnormen bleibt hingegen bestehen.

In einem Kommuniqué des SED-Politbüros wird Selbstkritik geäußert. Es werden Veränderungen in Aussicht gestellt.

Es kommt zu ersten Warnstreiks auf Ost-Berliner Baustellen. Arbeitervertreter übermitteln der Staatsführung ein Schreiben mit der Forderung nach Zurücknahme der Erhöhung der Arbeitsnormen.

Die Bauarbeiter der Frühschicht auf den Ost-Berliner Großbaustellen (Krankenhausneubau Berlin-Friedrichshain, Stalin-Allee) lassen die Arbeit ruhen. Ein Protestzug formiert sich mit Kurs auf den Regierungssitz in der Leipziger Straße. Die Menschen fordern niedrigere Arbeitsnormen, eine Senkung der Preise, freie Wahlen, den Rücktritt der Regierung und die deutsche Einheit. Am Nachmittag wird für den Folgetag ein Generalstreik angekündigt.

Die Nachrichten aus Ost-Berlin verbreiten sich wie ein Lauffeuer im ganzen Land. Zwischen dem 17. und dem 21. Juni kommt es in über 700 Orten der DDR zu Streiks, Demonstrationen und Protestkundgebungen. Gefängnisse, SED- und Stasi-Gebäude werden gestürmt. Aus dem Streik, der sich an der Erhöhung der Arbeitsnormen entzündet hatte, wird ein Volksaufstand für Demokratie, Freiheit und deutsche Einheit. Die Zentren des Aufstands sind Ost-Berlin, das mitteldeutsche Industrierevier um Halle, Magdeburg, Leipzig, Görlitz und Jena. Aber auch ländliche Regionen werden von den Unruhen und Protesten erfasst. Die sowjetischen Besatzungsbehörden rufen den Ausnahmezustand aus und setzen Panzer gegen die Demonstranten ein. Sondergerichte fällen Dutzende Todesurteile, die sofort vollstreckt werden.

Bei der Niederschlagung einer Protestdemonstration durch sowjetische Soldaten in Halle gibt es ein Todesopfer. An den Folgetagen werden zahlreiche Menschen verhaftet. Die Aufnahmelager in Westdeutschland füllen sich mit Flüchtlingen.

Streik in den Leuna-Werken bei Halle: Gefordert wird die Freilassung der nach dem 17. Juni Inhaftierten.

Machtkampf in der SED-Führung: Rudolf Herrnstadt und Wilhelm Zaisser werden aus dem SED-Zentralkomitee entfernt. Gestärkt wird die Machtposition Walter Ulbrichts (er war zuvor Generalsekretär und wird nun Erster Sekretär).