Russland

In Leningrad erscheint die erste feministisch orientierte Zeitschrift der UdSSR: der Almanach „Ženščina v Rossii“ (Die Frau in Russland). Im Frühjahr 1980 erscheint das christlich-feministische Blatt „Marija“.

Das Oberste Gericht der UdSSR beschäftigt sich mit den Bombenanschlägen in der Moskauer Metro. Alle drei Angeklagten, darunter auch Stepan Satikjan, werden schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt. Die Urteile werden wenige Tage später vollstreckt.

In Baku gründet Assif Efendijew den eigenen, unabhängigen Diskussionsklub „Odžag“ (Ocaq) als Reaktion auf die von der Staatsmacht verfügte Schließung des „Klubs für Ethik und ästhetischen Erziehung“ an der Aserbaidschanischen Universität.

Verkündung des Baltischen Appells litauischer, lettischer und estnischer Dissidenten. Darin fordern sie die Annullierung des Hitler-Stalin-Paktes und die Beseitigung seiner Folgen. Die sowjetischen Truppen, die seit 1940 das Baltikum okkupieren, sollen abgezogen und den baltischen Ländern das Recht auf freie Entwicklung gewährt werden. Adressaten des Appells sind unter anderem der UNO-Generalsekretär und die Regierung der UdSSR. Unterzeichner des Appells sind 45 Dissidenten aus den baltischen Ländern sowie fünf Russen.

Es kommt zu zahlreichen Verhaftungen, darunter von Antanas Terleckas, Vorsitzender der „Litauischen Freiheitsliga“ (30. Oktober); Tatjana Welikanowa, seit 1970 Herausgeberin der „Chronik der laufenden Ereignisse“, Mitglied der Initiativgruppe zur Verteidigung der Menschenrechte in der UdSSR (am 1. November); Gleb Jakunin, orthodoxer Geistlicher und Vorsitzender des Christlichen Komitees zur Verteidigung der Rechte der Gläubigen in der UdSSR (am 1. November); Waleri Abramkim, Chefredakteur der Zeitschrift „Poiski“ (am 4. Dezember).