Russland

In Wilna (Vilnius) wird der Heimatzirkel „Ramūva“ ins Leben gerufen.

Verhaftung aktiver Mitglieder der Dissidentenbewegung. Die Festnahmen betreffen den in Lettland wohnenden Iwan Jachimowitsch sowie Ilja Gabaj und Pjotr Grigorenko (beide hatten sich für die Krimtataren eingesetzt).

In Moskau formiert sich die Initiativgruppe zur Verteidigung der Menschenrechte in der UdSSR – die erste unabhängige sowjetische Menschenrechtsorganisation. Die Gruppe existiert bis 1976, erarbeitet offene Briefe, in denen internationale Organisationen (vor allem die UNO) über die politische Verfolgung in der UdSSR informiert werden. Zur der Initiativgruppe gehören 15 Personen: Henrich Altunjan, Wladimir Borrissow, Tatjana Chodorowitsch, Mustafa Dschemiljew, Natalja Gorbanewskaja, Piotr Jakir, Anatoli Jakobson, Sergei Kowaljow, Wiktor Krassin, Anatoli Lewitin-Krasnow, Alexander Lawut, Juri Malzew, Leonid Pljuschtsch, Grigori Podjapolski und Tatjana Welikanowa.

In Taschkent, der Hauptstadt Usbekistans, findet der „Prozess der Zehn“ statt: Verhandelt wird gegen Vertreter der Krimtataren und deren Bewegung zur Rückkehr in die Heimat.

Im Samisdat wird das „Programm der Demokratischen Bewegung der Sowjetunion“ veröffentlicht – einer in Tallinn (Estland) von Artem Juskevitš und Sergei Soldatow gegründeten Untergrundorganisation. Das Programm beinhaltet einen Appell an alle Dissidenten, in ihrer Arbeit konspirative Methoden zu akzeptieren.