Anglistin; in den 70er Jahren Mitglied des Studentischen Solidaritätskomitees in Krakau, in den 80er Jahren Leitungsmitglied sowohl der offen agierenden als auch der Untergrund-Solidarność in Masowien.

Zusammen mit Konrad Bieliński wurde Kulik im Mai 1986 auf der Straße während der Vorbereitungen zu einem geheimen Solidarność-Kongress verhaftet (der jedoch nicht stattfand). Im September kam sie im Rahmen einer Amnestie wieder frei. Sie trat der masowischen Solidarność-Regional-Exekutivkommission bei, die ab dem 30. September wieder die offene Arbeit aufnahm, und war dort wiederum für Außenkontakte und Kommunikation zuständig.

Von US-Senator Edward Kennedy erhielt sie 1988 (wie Konrad Bieliński) eine Einladung zu einem Stipendiaten-Aufenthalt in den USA. Nachdem Kennedy bei den polnischen Behörden interveniert hatte, erhielten beide einen Pass und reisten im Sommer 1988 in die Vereinigten Staaten. Im Oktober 1989 kehrte Kulik nach Polen zurück.

1989–91 arbeitete Ewa Kulik als Assistentin der polnischen Korrespondenten des „Independent“ und übersetzte englische Literatur ins Polnische. Seit 1992 ist sie Mitglied des Polnischen Übersetzerverbandes, seit 1996 des Polnischen Schriftstellerverbandes und Vorstandsmitglied des Polnischen P.E.N.-Clubs. 2000–10 war sie Abteilungsleiterin „Information und Entwicklung“ der gemeinnützigen Stephan-Báthory-Stiftung, seit 2010 ist sie deren Direktorin.

Monika Brzywczy
Aus dem Polnischen von Markus Pieper und Wolfgang Templin
Letzte Aktualisierung: 11/15