In Georgien wird die konspirativ agierende National-Demokratische Partei gegründet. Vorsitzender wird Georgi Tschanturia. Ab August 1988 arbeitet die Partei öffentlich.

Studentenstreik in Łódź: Hauptforderung ist die Registrierung des bereits im September 1980 gegründeten Unabhängigen Studentenverbandes. Anfang Februar streiken die Posener und Warschauer Studierenden, bald darauf die Studierenden in Krakau. Die Studentenstreiks enden mit der Registrierung des Unabhängigen Studentenverbandes am 17. Februar.

Start einer Initiative von Ökologen in Bratislava zur Rettung der historischen Friedhöfe. Zwar gelingt es ihnen, deren Zerstörung zu verhindern, doch verbieten staatliche Stellen daraufhin bis 1987 die Herausgabe der Vereinszeitschrift „Ochranca prírody“ (Naturschützer), die vom Slowakischen Naturschutzbund herausgegeben wird. In der Zeitschrift erschienen bis dahin viele kritische Artikel.

In Bratislava erscheint mit „Kontakt“ die erste nichtreligiöse Samisdatzeitschrift in der Slowakei. Sie wird bis 1983 herausgegeben.

Das Buch „Lice“ (Gesicht) von Blaga Dimitrowa erscheint.

Die Presseagentur Solidarność (Agencja Prasowa Solidarność) beim Überbetrieblichen Gründungskomitee der Solidarność Masowien wird gegründet. Die Leitung liegt bei Helena Łuczywo. Die Agentur gibt das gesamtpolnische Informationsbulletin „AS“ heraus.

László Rajk startet den Samisdat-Hausverkauf „Butik“, in dem man Untergrundliteratur erwerben kann.

Wojciech Fałkowski und Andrzej Rosner aus dem Umfeld der Zeitschrift „Głos“ (Stimme) gründen in Warschau den Verlag „Krąg“ (Kreis). 1981 und ab 1985 ist informeller Chef des Verlags Rosner, 1982–85 hat Andrzej Chojnowski die Leitung inne. In den 80er Jahren ist „Krąg“ neben NOWA der größte und wichtigste Buchverlag im Land. Bis 1989 erscheinen dort über 100 Titel.

In Rzeszów gibt es nach einem zweimonatigen Ausstand eine Einigung zwischen den staatlichen Stellen und den streikenden Bauern. Die Bauern erzielen Verbesserungen im Eigentumsrecht, die Registrierung einer Bauerngewerkschaft können sie jedoch bei der Regierung nicht durchsetzen.

Während einer Sitzung des Woiwodschaftsnationalrates in Bydgoszcz wird die Solidarność-Delegation (Jan Rulewski und andere) von Milizangehörigen mit Schlägen traktiert. Daraufhin droht der Landeskoordinierungsausschuss der Solidarność mit einem Generalstreik.

In Warschau wird eine Übereinkunft zur Beilegung der durch Milizgewalt ausgelösten „Bromberger Krise“ unterzeichnet. Die Regierungsseite räumt Rechtsverletzungen ein und kündigt eine Bestrafung der Schuldigen an. Die Solidarność-Führung sagt daraufhin den für den 31. März angekündigten Generalstreik ab.

Die erste Nummer des Samisdat-Magazins „Magyar Figyelő“ (Ungarischer Beobachter) erscheint. Es thematisiert hauptsächlich die Lage der ungarischen Minderheiten in der Tschechoslowakei und in Rumänien. Chefredakteur ist Iván Bába.

In Warschau erscheint die erste Ausgabe des „Tygodnik Solidarność“, der von Bohdan Cywiński, Waldemar Kuczyński, Tadeusz Mazowiecki (Chefredakteur) und Krzysztof Wyszkowski herausgegeben wird.

Der Jenaer Bürgerrechtler Matthias Domaschk kommt in der Stasi-Untersuchungshaftanstalt in Gera zu Tode. Nach Meinung seiner Freunde von der Jenaer Friedensgemeinschaft ist die offiziell angegebene Todesursache (Suizid) sehr unwahrscheinlich. Die Umstände seines Todes sind bis heute nicht abschließend geklärt.

Vorfall mit einem französischen Lastwagen: Die Staatssicherheit beschlagnahmt den Inhalt eines Lkws, der ausländische Literatur über die Bundesrepublik in die Tschechoslowakei schmuggeln sollte. Mehrere tschechoslowakische Dissidenten werden im Anschluss daran verhaftet. Zu einem Prozess gegen sie kommt es allerdings nicht.

Beim Woiwodschaftsgericht Warschau wird die Unabhängige Selbstverwaltete Gewerkschaft der Einzelbauern „Solidarność“ (Niezależny Samorządny Związek Zawodowy Rolników Indywidualnych „Solidarność“) offiziell registriert.

Prozessbeginn gegen führende Vertreter der Konföderation Unabhängiges Polen. Auf der Anklagebank sitzen Leszek Moczulski, Tadeusz Stański und Romuald Szeremietiew. Ihnen wird der angebliche Versuch vorgeworfen, die politische Ordnung Volkspolens zu stürzen.

In Prag wird der Unterzeichner der Charta 77, Jiří Gruntorád, zu vier Jahren Haft wegen vermeintlichen „staatsfeindlichen Verhaltens“ verurteilt. Ihm wird vorgeworfen, Bücher im Samisdat herausgegeben zu haben.

In Prag wird der Unterzeichner der Charta 77, Rudolf Battěk, zu siebeneinhalb Jahren Gefängnis wegen angeblichen „staatsfeindlichen Verhaltens“ verurteilt. Die Haftstrafe wird später auf fünfeinhalb Jahre reduziert. Genau wie im Falle von Jiří Gruntorád erhebt sich gegen dieses Urteil im Ausland eine Welle des Protestes. Mit den hohen Haftstrafen möchte das Regime die Oppositionellen aus dem Umfeld der Charta 77 einschüchtern. Die staatlichen Behörden greifen auch zu rücksichtloser Gewalt gegen die Unterzeichner, um sie zum Verlassen des Landes zu bewegen. Viele aktive Bürgerrechtler kommen für einige Zeit ins Gefängnis oder gehen ins politische Exil. Die Bürgerrechtsbewegung Charta 77 gerät in eine schwere Krise.

Nicolae Stoian wird gemeinsam mit seiner Frau aus Rumänien ausgewiesen. Stoian hatte als rumänischer Emigrant die französische Staatsbürgerschaft angenommen und dann ab Ende der 70er Jahre versucht, in Bukarest einen Ableger der Bewegung Transzendentale Meditation aufzubauen.

Beginn des Prozesses gegen László Rajk und Sándor Szilágyi, denen illegaler Druck und Vertrieb von Samisdat-Literatur vorgeworfen wird.

Aleksander Gleichgewicht aus Breslau trifft sich in Brünn und Prag mit Bürgerrechtlern aus der Tschechoslowakei. Dies bildet den Anfang der Polnisch-Tschechoslowakischen Solidarność (Solidarność Polsko-Czechosłowacka). Bis Ende der 80er Jahre ist diese damit beschäftigt, Druck- und Vervielfältigungstechnik sowie illegale Publikationen in die Tschechoslowakei zu schleusen. Sie organisiert Begegnungen zwischen Bürgerrechtlern aus beiden Ländern und gemeinsame Protestaktionen. Die wichtigsten Persönlichkeiten der Polnisch-Tschechoslowakischen Solidarność sind Mirosław Jasiński, Zbigniew Janas und Jarosław Broda.

In Danzig tagt der Erste Landeskongress der Solidarność (5.–10. September und 26. September–7. Oktober). Verabschiedet wird die „Botschaft an die arbeitenden Menschen Osteuropas“, es werden die Leitungsgremien der Gewerkschaft gewählt: der Landesausschuss und dessen Vorsitzender Lech Wałęsa. Der Kongress beschließt auch das Programm „Selbstverwaltete Republik“ (Samorządna Rzeczpospolita). Professor Edward Lipiński informiert über die Selbstauflösung des KSS „KOR“.

Auf Initiative von Antoni Macierewicz und Wojciech Ziembiński entstehen Klubs für den Dienst an der Unabhängigkeit (Kluby Służby Niepodległości). In der Gründungserklärung wird angekündigt, alle Anstrengungen zur Wiederherstellung der Souveränität Polens und zur Durchführung freier Parlamentswahlen zu unternehmen.

Die erste Nummer der unabhängigen Zeitschrift „Beszélő“ erscheint.

Sitzstreik an der Ingenieurhochschule Radom: Protestiert wird gegen die erneute Ernennung von Michał Hebda zum Rektor, der nicht die Zustimmung der Hochschulgemeinschaft besitzt. Es kommt in der Folge zu Solidaritätsstreiks an einigen anderen Hochschulen, während deren auch ein neues Hochschulgesetz gefordert wird.

Zweite Friedensdekade der evangelischen Kirche. Aufnäher mit dem Bibelzitat „Schwerter zu Pflugscharen“ finden immer größere Verbreitung.

In Warschau entstehen Klubs der Selbstverwalteten Republik „Freiheit – Gerechtigkeit – Unabhängigkeit“. In der Programmerklärung, die sich auf die Tradition eines demokratischen Sozialismus beruft, heißt es, der Weg aus der Krise führe über den Aufbau unabhängiger gesellschaftlicher, kultureller und politischer Strukturen, durch die die demokratischen Veränderungen in Polen gefördert würden. Initiatoren dieser Klubs sind Zbigniew Bujak, Jacek Kuroń und Adam Michnik.

Der unabhängige Verlag AB (gegründet von Gábor Demszky und Jenő Nagy) nimmt seine Tätigkeit auf.

Gewaltsame Beendigung der Besetzung der Feuerwehrhochschule in Warschau, deren Studierende seit dem 25. November mit einem Sitzstreik gegen die Pläne einer Umgestaltung der Einrichtung in eine Militärhochschule protestierten. Nach dem Eingreifen der Miliz, die von Sondereinheiten unterstützt wird, verlassen die Studierenden das Hochschulgebäude.

Der sogenannte staatliche Militärrat der Nationalen Rettung (Wojskowa Rada Ocalenia Narodowego; WRON) mit General Wojciech Jaruzelski an der Spitze ruft für das gesamte Land die Einführung des Kriegsrechts aus. Auf den Straßen patrouillieren Militärfahrzeuge auf. Sämtliche Organisationen und Vereine, darunter die Solidarność, werden verboten. Viele Bürgerrechtler und Oppositionelle kommen in Internierungslager, darunter auch die führenden Solidarność-Vertreter (zwischen dem 13. Dezember 1981 und dem Ende des Jahres 1982 werden insgesamt etwa 10.000 Personen in Internierungslager gesperrt). Die meisten bürgerlichen Rechte werden entweder ganz abgeschafft oder stark eingeschränkt. Nach Verkündung des Kriegsrechts brechen in etwa 250 Betrieben in ganz Polen Streiks aus, in der Danziger Lenin-Werft ruft das Landesstreikkomitee zum Generalstreik auf. In Breslau formiert sich ein Regionales Streikkomitee (Regionalny Komitet Strajkowy), das in der Folgezeit unter demselben Namen als niederschlesischer Zweig Solidarność im Untergrund agiert (angeführt von Władysław Frasyniuk).

In den ersten Tagen nach Ausrufung des Kriegsrechts liefern sich Demonstranten im ganzen Land Straßenkämpfe mit Sondereinheiten der Miliz. Aufnahme vom 16. Dezember 1981 in Danzig

Kornel Morawiecki beginnt in Breslau mit der Herausgabe des konspirativen Bulletins „Z dnia na dzień” (Tag für Tag) des Regionalen Streikkomitees Niederschlesien der Solidarność. Das Bulletin erreicht eine Auflage von einigen zehntausend Exemplaren. Währen der ersten Wochen des Kriegsrechts stehen in allen bedeutenden Orten konspirative Presse-Erzeugnisse zur Verfügung.

Bei der Niederschlagung eines Streiks in der Kattowitzer Kohlegrube „Wujek“ setzt die Miliz Schusswaffen ein. Neun Bergleute sterben.

Unter Vorsitz von Bischof Władysław Miziołek wird in Warschau das „Hilfskomitee des Primas für die ihrer Freiheit Beraubten und ihre Familien“ berufen. Die gesamten 80er Jahre hindurch unterstützt das Komitee die Opfer von Repressionen und andere Bedürftige.

Offizielles Kommuniqué über den Suizid von Mehmet Shehu, der Nummer zwei im Staate. Es heißt, der Selbstmord sei Folge eines Nervenzusammenbruches gewesen.

Beginn des Prozesses gegen Gábor Demszky. Die Anklage lautete auf „Gewaltanwendung gegen Vertreter der Staatsgewalt“.

In einem der ersten politischen Prozesse nach Einführung des Kriegsrechts verurteilt das Woiwodschaftsgericht Łódź die Solidarność-Führer Jerzy Kropiwnicki und Andrzej Słowik wegen einer Protestaktion zu einer Gefängnisstrafe von je viereinhalb Jahren. Die Berufungsverhandlung vor dem Obersten Gericht führt zu einer Erhöhung der Urteile auf sechs Jahre.