In Moskau wird SMOG, ein inoffizieller Verband junger Schriftsteller, gegründet.

Kampagne der Zeitschrift „Nëntori“ gegen führende albanische Schriftsteller. Sie werden beschuldigt, unter dem Einfluss des Revisionismus zu stehen und bürgerliche Vorlieben zu haben.

Die geheime antikommunistische Organisation Ruch beginnt sich zu formieren. Ihre Gründer (die Brüder Andrzej und Benedykt Czuma, Marian Gołębiewski, Emil Morgiewicz und Stefan Niesiołowski), die teilweise aus dem Umfeld der Studentenseelsorge stammen, wollen eine unabhängige Gruppe schaffen und agieren vorerst nicht offen. Die Organisation hat ein paar Dutzend Mitstreiter, vor allem in Łódź und Warschau.

Die zuvor aus der Partei ausgeschlossenen Jacek Kuroń und Karol Modzelewski verteilen an der Universität Warschau ein gutes Dutzend Exemplare ihres „Offenen Briefes an die Mitglieder der Partei“ (List otwarty do członków PZPR), in dem sie das kommunistische System als Parteibürokratie bezeichnen, die nicht im Einklang mit den Grundsätzen des Marxismus stehe. Einen Tag darauf werden beide festgenommen. Wegen der Weiterverbreitung dieses Briefes nimmt der Staatssicherheitsdienst auch einige Studenten fest, unter ihnen Seweryn Blumsztajn, Jan Kofman und Adam Michnik.

Nach dem Tod von Gheorghe Gheorghiu-Dej wählt das Plenum des Zentralkomitees der Rumänischen Arbeiterpartei einstimmig Nicolae Ceaușescu zum Ersten Sekretär der Partei.

In der armenischen Hauptstadt Jerewan findet aus Anlass des 50. Jahrestages des Völkermords an den Armeniern (1915 auf Geheiß der türkischen Regierung) eine illegale Demonstration mit vielen Tausend Teilnehmern statt.

Auf ihrem jährlichen Studentenfest krönen die Prager Studierenden den vor Ort anwesenden amerikanischen Dichter Allen Ginsberg zum König. Die tschechoslowakische Regierung fasst dies als politische Provokation auf und verweist Ginsberg des Landes.

Die Autoren des „Offenen Briefes an die Mitglieder der Partei“ (List otwarty do członków PZPR), Jacek Kuroń und Karol Modzelewski, werden zu drei und dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Der aufsehenerregende Prozess und die Repressionen, die Kuroń und Modzelewski nahestehende Studenten erleiden müssen, führt an der Universität Warschau zur Bildung einer Oppositionsgruppe, die „Kommandotrupp“ genannt wird und zu der unter anderen Seweryn Blumsztajn, Adam Michnik, Henryk Szlajfer und Barbara Toruńczyk gehören. Der Kommandotrupp diskutiert fortan nicht nur im eigenen Kreis, sondern auch mit Vertretern der Machthaber und stört wiederholt Versammlungen offizieller Organisationen.

Der Schriftsteller Jan Beneš wird für seine Zusammenarbeit mit der im Exil herausgegebenen Zeitschrift „Svědectví“ wegen „antistaatlichen Verhaltens“ zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Er kommt erst während des Prager Frühlings wieder frei. Gleichzeitig wird Chefredakteur Pavel Tigrid in Abwesenheit zu 14 Jahren Haft verurteilt.

Auf dem IX. Parteitag der Rumänischen Arbeiterpartei werden viele wesentliche Änderungen in der Parteistruktur beschlossen. Auch der frühere Name – Rumänische Kommunistische Partei – wird wieder eingeführt. Alexandru Drăghici verliert seinen Posten als Innenminister, was den Beginn einer Säuberung im Partei- und Staatsapparat markiert. Der IX. Parteitag gilt in der komunistischen Propaganda als bahnbrechendes Ereignis in der Geschichte Rumäniens. In den Folgejahren wird regelmäßig der Jahrestag dieses IX. Parteitages gefeiert.

Die Große Nationalversammlung beschließt eine neue Verfassung. Der Staatsname lautet fortan Sozialistische Republik Rumänien.

In Kiew, Lemberg, Iwano-Frankiwsk, Luzk, Tarnopol, Schytomyr und Feodossija auf der Krim kommt es zu einer ersten Verhaftungswelle unter oppositionell eingestellten ukrainischen Intellektuellen. Festgenommen werden zirka 25 Personen, zumeist aus dem Umfeld des Kiewer Klubs der schöpferischen Jugend und seines Lemberger Pendants.

Während der Vorführung des Films „Feuerpferde“ (Originaltitel: „Tini zabytich predkiv“/Schatten vergessener Vorfahren) von Sergei Paradschanow in Kiew kommt es zu Protesten gegen die Verhaftungen von Intellektuellen. Zu den Protestierenden gehören Iwan Dsjuba, Wjatscheslaw Tschornowil, Wassyl Stus und Michajlina Kozjubinska.

Verhaftung der Schriftsteller Andrei Sinjawski (Pseudonym „Abram Terz“) und Juli Daniel (Pseudonym „Nikolai Arschak“), die ihre Werke seit einigen Jahren im Westen veröffentlicht hatten.

Der Schriftsteller Jan Nepomucen Miller wird wegen seiner Zusammenarbeit mit der in London erscheinenden Exilzeitschrift „Wiadomości“ (Nachrichten) zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Mit Rücksicht auf sein fortgeschrittenes Alter wird die Strafe auf anderthalb Jahre reduziert und zur Bewährung ausgesetzt.

Auf den Straßen Leipzigs versammeln sich zahlreiche Jugendliche und protestieren gegen das Verbot, Beatmusik zu hören. Die Volkspolizei geht mit Wasserwerfern und Hunden gegen die Demonstranten vor.

In Rom entsteht während des Zweiten Vatikanischen Konzils der Hirtenbrief der polnischen Bischöfe an ihre deutschen Amtsbrüder. Darin heißt es unter anderem: „In diesem allerchristlichsten und zugleich sehr menschlichen Geist strecken wir unsere Hände zu Ihnen hin […], gewähren Vergebung und bitten um Vergebung.“ Im Anschluss an diese seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges erste Versöhnungsgeste zwischen Deutschen und Polen kommt es in Polen zu wütenden Propaganda-Attacken auf die Kirche. Der Reisepass von Primas Kardinal Stefan Wyszyński wird eingezogen. Jerzy Turowicz verteidigt die Bischöfe öffentlich gegen die Angriffe.

Die Parteiführung verbietet die von ihr als „reaktionär“ und „unmarxistisch“ eingestufte Kulturzeitschrift „Tvář“. Die breit in der Öffentlichkeit diskutierte Entscheidung zeugt davon, wie sehr sich die Schriftsteller untereinander in der Beurteilung der politischen Lage mittlerweile unterscheiden.

Iwan Dsjuba wendet sich mit einem Schreiben an das ZK der Kommunistischen Partei der Ukraine, in dem er gegen die Verhaftungen Intellektueller protestiert. Dem Schreiben fügt er seine Arbeit „Internationalismus oder Russifizierung?“ bei. Weiter über den Samisdat verbreitet, wird dieser Text zu einem Manifest der sogenannten Generation der Sechziger.

Nach chinesischem Vorbild werden die militärischen Dienstgrade abgeschafft und die Funktion des Politkommissars wieder eingeführt.

Auf dem XI. Plenum des Zentralkomitees der SED werden Filmschaffende und Schriftsteller scharf attackiert. Nahezu die gesamte Jahresproduktion der DEFA-Filmstudios wird auf den Index gesetzt. Angegriffen werden auch konkrete Künstler, wie beispielsweise Stefan Heym und Wolf Biermann. Gegen Letzteren wird ein absolutes Publikations- und Auftrittsverbot verhängt.