Freilassung der ersten politischen Häftlinge: Binnen eines Jahres sinkt deren Zahl von 16.000 auf 13.000. Auf Grundlage dreier Amnestiedekrete werden in der ersten Jahreshälfte 1964 insgesamt 9.000 politische Gefangene aus der Haft entlassen. Die restlichen etwa 4.000 kommen bis Ende des Jahres 1964 frei.

Begegnung Nikita Chruschtschows mit Vertretern der schöpferischen Intelligenz; spürbare Verschärfung der staatlichen Kulturpolitik.

Das Brüsseler Imre-Nagy-Institut gibt die erste seriöse Publikation zum Prozess gegen László Rajk heraus (Autor: Béla Szász).

Verkündung einer Amnestie für Gefangene, die 1957–58 verurteilt worden waren. Es kommt zu einer Liberalisierung in Kultur und Gesellschaft.

Das Zentralkomitee diskutiert den Bericht der Rehabilitierungskommission. Der Prozess gegen Rudolf Slánský wird als fingiert eingestuft. Als für diese politische Willkür Verantwortliche werden kommunistische Politiker benannt, die jedoch bereits aus dem politischen Leben ausgeschieden sind. Allerdings müssen der Erste Sekretär der Slowakischen Kommunistischen Partei, Karol Bacílek, sowie die beiden Parteisekretäre Pavol Dávid und Bruno Köhler von ihren Ämtern zurücktreten. Neuer Erster Parteisekretär der slowakischen KP wird Alexander Dubček.

Auf der Konferenz der slowakischen Schriftsteller wird beschlossen, Ladislav Novomeský wieder in den Schriftstellerverband aufzunehmen. Die Kulturzeitschrift „Kultúrny život“ wird erneut zum Sammelbecken für die Gegner einer orthodoxen Politik. Dort veröffentlichen 1962/63 auch nichtkonformistische tschechische Autoren wie die Historiker Milan Hübl und Karel Bartošek sowie die Wirtschaftswissenschaftler Ota Šik und Radoslav Selucký.

Die Aktion der Ausmerzung „bürgerlicher und patriarchalischer“ Relikte auf dem Lande nimmt ihren Anfang.

Eine Sonderkommission zur Untersuchung der Folgen des IX. Kongresses der Kommunistischen Partei der Slowakei vom 24.–27. Mai 1950, auf dem Gustáv Husák und Ladislav Novomeský für ihren angeblichen „slowakisch-bourgeoisen Nationalismus“ verurteilt worden waren, stellt fest, dass diese Anschuldigungen grundlos erfolgt waren.

Durch das in Ungarn eingeführte Ratensystem können sich viele Bürger ein Auto kaufen. Es kommt zum „Auto-Fieber“.