In der Tschechoslowakei werden weitere „Gesinnungsprüfungen“, also politische Säuberungen, durchgeführt. Aus den zentralen Behörden werden 7.755 Personen entfernt. Die Säuberungen dringen bis in die unteren Ebenen, einschließlich der Schulen, vor. Geschätzt wird, dass insgesamt bis zu 50.000 Personen einer „Gesinnungsprüfung“ unterzogen wurden. Es beginnt eine Serie von politischen Prozessen gegen Vertreter der sogenannten alten Intelligenz. Besondere Aufmerksamkeit erregt der Prozess gegen ehemalige sozialdemokratische Politiker wie Emil Vidra und Ján Bečko. Vor Gericht stehen auch ehemalige Mitglieder der vor dem Krieg von Pater Andrej Hlinka gegründeten Slowakischen Volkspartei, Mitglieder des nichtkommunistischen, antifaschistischen Widerstandes wie Imrich Karvaš und Peter Zaťko sowie ehemalige Mitglieder paramilitärischer Kampforganisationen und der mit den Deutschen von 1938 bis 1945 kollaborierenden Hlinka-Garde.

Verfügung des DDR-Kulturministeriums zur Bekämpfung der „westlichen Dekadenz“ in der Tanz- und Unterhaltungsmusik.

Am Ende eines Machtkampfes in der SED-Führungsspitze steht die Abberufung des Ulbricht-Gegners Karl Schirdewan aus dem SED-Zentralkomitee. Schirdewan leitet fortan das DDR-Staatsarchiv. Abgesetzt wird auch Ernst Wollweber, ehemaliger Minister für Staatssicherheit.

Auf einer Sitzung der Abteilung Agitation und Propaganda des Zentralkomitees stellt Leonte Răutu die Eckpunkte der neuen Kampagne zum „Kampf gegen die bürgerliche Ideologie“ vor. Damit endet die Periode des leichten „Tauwetters“, zu der es in Rumänien nach dem Tod Josef Stalins gekommen war.

Unterzeichnung der Vereinbarung über den Abzug der sowjetischen Truppen aus Rumänien (der Truppenabzug beginnt im Juni 1958).

Intensivierung der Kollektivierung der Landwirtschaft: Der ein Jahr zuvor beschlossene Handlungsplan sieht den vollständigen Übergang zu kollektiven Eigentumsformen vor, was mit brutalen Methoden umgesetzt werden soll. In vielen Regionen kommt es zu Bauernprotesten, die größere Ausmaße als während der ersten Kollektivierungswelle annehmen. Ende 1961 wird die Kollektivierung für beendet erklärt und von der Regierung als großer Erfolg bezeichnet.

Das Plenum des Zentralkomitees der Rumänischen Arbeiterpartei entscheidet über den Parteiausschluss einiger Funktionäre, denen „Abweichlertum und parteischädigendes Verhalten“ vorgeworfen wird.

Imre Nagy wird hingerichtet.

Denkmal für den 1958 nach der Niederschlagung der *Ungarischen Revolution hingerichteten Ministerpräsidenten Imre Nagy in Szeged

Erster politischer Prozess nach dem Oktober 1956. Hanna Rewska, Mitstreiterin des Klubs des Krummen Kreises, wird wegen der Verbreitung der Pariser Exilzeitschrift „Kultura“ zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Nach dem Revisionsprozess am Obersten Gerichtshof (ihre Verteidigung nimmt Anna Steinsbergowa wahr) wird sie jedoch auf freien Fuß gesetzt.

Das Politbüro beschließt eine Verschärfung des Strafrechts. Das Strafmaß wird in vielen Fällen erhöht, Strafverfahren werden verkürzt, und vordem legale Aktivitäten unter Strafe gestellt.

Die erste einer Reihe von Dichterlesungen auf dem Majakowski-Platz in Moskau findet statt. Junge, literaturinteressierte Menschen treffen sich am Denkmal des Dichters (bis 1961).

Árpád Göncz und István Bibó werden zu lebenslänglichen Haftstrafen verurteilt.

Beginn der Hetzkampagne gegen Boris Pasternak im Zusammenhang mit seinem im Ausland veröffentlichten Roman „Doktor Schiwago“.

Dekret über die Kollektivierung der Landwirtschaft.

Verhaftung von Constantin Noica sowie einen Monat später auch von einigen wichtigen Personen aus seinem Umfeld. Im März 1959 werden auch Personen aus dem Umfeld von Constantin Pillat verhaftet. Weitere Intellektuelle kommen im Sommer und im Herbst 1959 ins Gefängnis. Als Letzter wird im Januar 1960 der Philosoph Nicolae Steinhardt festgenommen. Den Intellektuellen wird eine Verschwörung gegen die staatliche Ordnung vorgeworfen. Bei den äußerst brutal geführten Verhören kommen etliche Personen zu Tode. Parallel zu den Verhaftungen erfolgt eine Säuberungswelle in rumänischen Kulturinstitutionen. Ihre Posten verlieren Befürworter der „Tauwetterperiode“ sowie Personen, die mangelnde Ergebenheit gegenüber der Staatsmacht erkennen lassen.