Bei der Parlamentswahl kandidiert auch eine fünf Personen umfassende Vertretung katholischer Kreise (unter anderen #Stefan Kisielewski, Stanisław Stomma, Jerzy Zawieyski und ab der nächsten Legislaturperiode auch #Tadeusz Mazowiecki). Ab 1961 bilden diese Volksvertreter die Abgeordnetengruppe Znak (Zeichen) und äußern in zahlreichen Redebeiträgen kritische und unabhängige Positionen.

Prozess gegen Wolfgang Harich und Verurteilung zu zehn Jahren Gefängnis wegen angeblicher „Bildung einer konspirativen, staatsfeindlichen und konterrevolutionären Gruppe“.

Nach einer vom Regime organisierten Verleumdungskampagne wird der Studentenpfarrer Siegfried Schmutzler aus Leipzig verhaftet.

Verabschiedung einer Resolution durch Mitglieder der Vereinigten Bauernpartei (Zjednoczone Stronnictwo Ludowe; ZSL; eine der drei zugelassenen offiziellen Parteien) und organisatorisch nicht gebundene Landwirte aus dem Dorf Wola Rasztowska (bei Krakau). Darin werden unter anderem die Unabhängigkeit der Bauernpartei sowie die Einbindung ehemaliger Bauernfunktionäre, die im Stalinismus verfolgt worden waren, verlangt. Die Darstellung der Geschichte der Agrar- und Bauernbewegung in Polen soll zudem von Verfälschungen befreit werden.

Auf der Sitzung des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei zu ideologischen Fragen wird der Revisionismus als Hauptgefahr eingestuft. Die Parteiführung beschließt, die Zensur zu verstärken und weitere Parteisäuberungen durchzuführen. Diese Maßnahmen erreichten zwar nicht den Umfang wie im Stalinismus der frühen 50er Jahre, ziehen sich jedoch bis in die 60er Jahre hin.

Erste Petition der Krimtataren mit 18.000 Unterschriften, in der sie fordern, ihnen die Rückkehr auf die Krim zu ermöglichen. Zur Übergabe der Petition wurden ausgewählte „Vertreter des Volkes“ nach Moskau entsandt. Dies ist der Beginn einer Massenbewegung der Krimtataren, die für die Rückkehr in die Heimat kämpfen.

Gustav Just und Walter Janka werden – wie zuvor bereits Wolfgang Harich – zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.

Zwangsemeritierung des kritischen Philosophen Ernst Bloch, Professor an der Universität Leipzig. 1961 flieht Bloch in den Westen.

Auflösung der Wochenzeitung „Po prostu“. An den Folgetagen kommt es zu Protestdemonstrationen, die von den Ordnungskräften auseinandergetrieben werden (in Warschau und andernorts).

In einem Referat im Warschauer Klub des Krummen Kreises fordert Professor Edward Lipiński eine Änderung des Systems der zentralen Planwirtschaft. Ähnlich äußern sich in dieser Zeit auch andere Wirtschaftsfachleute, beispielsweise Stefan Kurowski.

Jerzy Andrzejewski und einige weitere widerspenstige Schriftsteller treten aus der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei aus. Mit diesem Schritt protestieren sie gegen die ablehnende Haltung der Staatsführung zur Initiative der Gründung der Monatsschrift „Europa“, in der das Kulturschaffen der Länder Westeuropas präsentiert werden sollte.

Nach dem Tod von Staatspräsident Antonín Zápotocký wird der bis dahin erste Parteisekretär der Kommunistischen Partei, Antonín Novotný, neuer Präsident der Tschechoslowakei.

Pfarrer Schmutzler wird wegen sogenannter „Boykotthetze“ zu fünf Jahren Haft verurteilt. 1961 wird er aufgrund internationaler Proteste aus der Haft entlassen und arbeitet fortan als Pfarrer einer Gemeinde in Dresden.

Beginn des Gerichtsprozesses gegen linke Intellektuelle, unter anderem gegen Michal Tušer und Karol Terebessý. Ihnen wird vorgeworfen, antikommunistische Broschüren und Druckerzeugnisse in der Öffentlichkeit verbreitet zu haben, in denen sie die Abberufung der Parteiführung sowie die Freilassung von politischen Gefangenen fordern, die in der ersten Hälfte der 50er Jahre Opfer der stalinistischen Schauprozesse geworden waren.