Geschichte der slowakischen Opposition

Die Slowakei war bis Ende 1992 ein Teilstaat der Tschechoslowakei. Im slowakischen Landesteil gab es starke Bestrebungen zur größtmöglichen Autonomie innerhalb des gemeinsamen Staatswesens, da die eigenständigen slowakischen Institutionen unter anderem auf ein slowakisches Föderalparlament als gesetzgebendes Organ begrenzt waren.

Die in den beiden Landesteilen jeweils anders gelagerte politische, wirtschaftliche und soziale Entwicklung rief verschiedene Konfliktlagen hervor, durch welche sich Tschechien und die Slowakei in ihrer politischen Landschaft unterschieden. Beide Gesellschaften machten vor allem in der Zeit ab 1969 jeweils eigene Erfahrungen mit dem totalitären kommunistischen Regime. Auch nach der Samtenen Revolution 1989 waren die Unterschiede zwischen beiden Landesteilen unübersehbar wie beispielsweise darin, dass nach 1989 keine gesamtstaatliche politische Partei entstand..

Eine antikommunistische Opposition entstand in der Slowakei schon vor dem Prager Frühling 1968. Allerdings war der Einmarsch von Truppen des Warschauer Paktes in die Tschechoslowakei im August der entscheidende Wendepunkt hin zur offenen oppositionellen Aktivität und zur Entstehung von Oppositionsgruppen.

Die Opposition in der Slowakei kann nach verschiedenen Gesichtspunkten eingeteilt werden. Petr Pithart schlägt eine Unterscheidung in eine „Opposition der Reflexion“ und eine „Opposition des Protestes“ vor. Eine andere Unterscheidung wäre die Unterteilung der Dissidenten nach ihrer Zugehörigkeit zu einer politischen Gruppe oder Generation.

Zur Oppositionsgeschichte

Erinnerungskultur in der Slowakei

Hier finden Sie demnächst Informationen über die heutige Auseinandersetzung mit der kommunistischen Diktatur in Russland. Wir bitten um etwas Geduld.

Landeschronik der Tschechoslowakei

29.08.1944

Slowakischer Nationalaufstand in Banská Bystrica. Dieser ist eine gemeinsame Erhebung einzelner slowakischer Widerstandsgruppen und von Teilen der slowakischen Armee gegen die beginnende Besatzung durch die deutsche Wehrmacht. Der Slowakische Nationalrat übernimmt die Regierungsgewalt über die Aufstandsgebiete und ruft die Tschechoslowakische Republik aus. Gleichzeitig verkündet er den Beitritt zur Anti-Hitler-Koalition und damit den Austritt der Slowakei als Satellitenstaat aus dem Bündnis mit dem Dritten Reich. Parallel zum Nationalrat werden Regierungsbevollmächtigte ernannt, die quasi-ministerielle Funktionen in dieser Zeit übertragen bekommen. Die Ämter des Nationalrates und der Regierungsbevollmächtigten werden paritätisch zwischen Vertretern der Kommunistischen Partei der Slowakei (KSS) und dem bürgerlichen Block, also der nichtkommunistischen, demokratischen Widerstandsbewegung, aus welcher später die Demokratische Partei hervorgeht, aufgeteilt.

 

17.09.1944

Zwangsvereinigung der Kommunistischen Partei der Slowakei (KSS) mit den Slowakischen Sozialdemokraten auf einem Kongress in Banská Bystrica. Am Kongress nehmen Vertreter der sozialdemokratischen Widerstandsgruppen aus dem Aufstandsgebiet teil. Ein Teil der Sozialdemokraten ist jedoch gegen den Zusammenschluss mit der Kommunistischen Partei und gründet noch vor den Wahlen 1946 die Arbeiterpartei.

 

06.10.1944

Einheiten der Roten Armee und die im Ausland gebildete 1. Tschechoslowakische Armee überschreiten nach der Schlacht am Duklapass die Grenze zur Slowakei und durchbrechen so die deutsche Verteidigungslinie in den Ostkarpaten.